Alexandra Dippel, Chefärztin und Geschäftsführerin

Eine Männerdepression wird immer noch häufig übersehen.


Depressionen können jeden treffen – unabhängig von Geschlecht, Alter und sozialem Status. Dabei ist insbesondere die Annahme, dass Frauen doppelt so häufig an Depressionen erkranken wie Männer, mit größter Skepsis zu betrachten. Bei Männern werden Depressionen allenfalls seltener und später diagnostiziert. Oft können Menschen, die an depressiven Symptomen leiden, ihre Beschwerden zu Anfang nicht einordnen. Sie sind etwa ständig unkonzentriert, kraftlos, müde oder schlecht gelaunt. Manche fühlen sich verzweifelt und hoffnungslos, andere sind diffus traurig oder innerlich leer. Jeglicher Antrieb und alle Lebensfreude verschwinden einfach. Viele Männer suchen in dieser Situation allerdings aus Schamgefühl oder Unwissenheit keinen Arzt auf und verdrängen ihr Leid.

Ohne therapeutische Hilfe gelangen depressive Menschen schnell in einen Teufelskreis aus Resignation und einem Gefühl der Betäubung. Alle Aktivitäten fallen ihnen unendlich schwer, sie verfolgen keine Ziele mehr, vernachlässigen Freunde, Beruf und Familie. Männer neigen darüber hinaus zu deutlich erhöhtem Risikoverhalten, impulsiver Aggression und oftmals auch Suizidgedanken. Als Folge können Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen auftreten. Die oftmals sehr unterschiedliche Symptombildung bei Männern und Frauen ist tatsächlich auch durch körperliche Faktoren zu erklären. So zeigen Männer ein biologisch und hormonell spezifisches Stressverarbeitungsssystem, reagieren beispielsweise auf Cortisolanstieg und Serotoninmangel anders als Frauen. Zum Glück kann mit modernen Therapiemethoden den meisten Betroffenen dauerhaft und mit Erfolg geholfen werden. Insbesondere bei schweren depressiven Krankheitsbildern empfiehlt sich ein stationärer Aufenthalt in einer auf psychische und psychosomatische Störungen spezialisierten Einrichtung wie der NEXUS-Klinik Baden-Baden. Dort kann in entspannter Atmosphäre und ohne Ablenkung durch externe Faktoren eine psychotherapeutische Behandlung mit gezielter medikamentöser Unterstützung durchgeführt werden. Eines der modernen und wissenschaftlich fundierten Behandlungskonzepte der NEXUS-Klinik richtet sich speziell an männliche Betroffene. Dieses männerspezifische Therapieangebot rückt typische Problemfelder der männlichen Psyche sowie die speziellen Gegebenheiten der männlichen Biologie in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Sehr häufig sind an depressiven Störungen erkrankte Männer in traditionellen Rollenbildern gefangen, die eine Annerkennung des eigenen Leids und eine effektive Auseinandersetzung mit der depressiven Erkrankung erschweren. Der gedankliche Ansatz, jegliche Art von Krise durch Stärke, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen zu bewältigen, läuft bei depressiven Erkrankungen jedoch ins Leere und trägt allenfalls zur Verschlimmerung der Situation bei. Darum ist es ein großes Ziel der männerspezifischen psychotherapeutischen Arbeit, die in Einzelgesprächen und verschiedenen Gruppenformen stattfindet, die reizbare Fassade gekränkter Männlichkeit zu durchdringen und die Patienten bei der schrittweisen Findung eines realistischen und positiven Selbstbildes zu unterstützen.

Effektive Behandlung durch persönlichen Therapieplan

Von entscheidender Bedeutung für die Erstellung eines persönlichen Therapieplans zur effektiven Bekämpfung der Depression ist neben der kompetenten Einordnung der individuellen psychischen Voraussetzungen des Patienten stets auch die Berücksichtigung seiner körperlichen Verfassung. Deshalb werden im Rahmen der medizinischen Untersuchung auch umfangreiche genderspezifische Tests durchgeführt, um die körperliche Seite der Depression zu beleuchten. Spezielle Untersuchungen wie die Laboranalyse mit stressassoziierten Biomarkern und die sporttherapeutische Leistungsdiagnostik liefern dem multiprofessionellen Behandlungsteam wichtige Informationen über den körperlichen Zustand des Patienten. Auch im späteren Verlauf der Therapie können durch Einsatz von Biofeedback-Verfahren Stress-Reaktionen auf problematische Situationen und Gedanken sichtbar gemacht und positiv reguliert werden.

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses und zur Stabilisierung der erreichten Erfolge können die Patienten nach individueller Leistungsdiagnostik eine Vielzahl unterschiedlicher Sportangebote wahrnehmen, natürlich mit einer entsprechenden Abschlussdiagnostik. Zur Förderung von Selbstausdruck, Introspektion und Steigerung der Schaffenskraft gibt es auch eine Reihe kunsttherapeutischer Angebote, wie z. B. Bildhauerei mit Holz.


NEXUS-Klinik Baden-Baden
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