„… aber wenn operiert werden muss, dann können wir heute bereits 75% aller urologischen Operationen minimalinvasiv durchführen“. Prof. Christian Wülfing ist Chefarzt der Urologie an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg. Vor 10 Jahren kam er vom Universitätsklinikum Münster nach Hamburg um die Leitung der Urologie in Altona zu übernehmen. Seitdem hat sich die Abteilung zu einem der führenden Zentren für minimalinvasive Eingriffe etabliert: „In den letzten Jahren ist ganz klar der Trend zu erkennen, auf große Schnitte zu verzichten und zur „Schlüssellochtechnik“ überzugehen, die Eingriffe also mit minimalinvasiven Techniken durchzuführen“. In der Urologie ist diese Entwicklung noch vergleichsweise jung. Während Gallenblasen und Blinddärme schon in den 90er Jahren flächendeckend mit der sogenannten Laparoskopie-Technik entfernt wurden, kam diese Entwicklung in der Urologie mit ein paar Jahren Verspätung zum Zuge. „In der Urologie setzen wir minimalinvasive Techniken vor allen Dingen bei Operationen von Nierentumoren und bei der Operation des Prostatakrebses ein“, so Wülfing. „Während wir am Anfang auch die Technik der Laparoskopie verwendeten, ist die Entwicklung immer weitergegangen und in der Asklepios Klinik Altona nehmen wir heute sogar das modernste operationsassistierende Robotersystem „da Vinci“ zur Hilfe. Die Patienten profitieren hiervon maximal, weil sie nach der Operation kaum noch Schmerzen haben, viel früher wieder so fit sind, dass sie nach Hause dürfen und hinsichtlich der Ergebnisse ihrer OP auf eine sehr hohe Ergebnisqualität bei gleichzeitig niedriger Komplikationsraten zählen können“. Hier treffen hohe fachliche Expertise mit modernster Medizintechnik zusammen.

Das da Vinci-Roboter-System

Eigentlich wurden die ersten Prototypen von Operationsrobotern in der Rüstungsindustrie entwickelt. Man wollte im Krisengebiet ferngesteuert Verletzte operieren. Heute ist das System in der zivilen Medizin sehr erfolgreich. Mit einer 3-D Optik und einer bis zu 10-fachen Vergrößerung sieht der operierende Arzt, der an einer Konsole sitzt und die Operationsinstrumente mit hoch-entwickelten Spezial-Joysticks steuert, ein detailgetreues Bild der zu operierenden Strukturen und kann somit mit höchster Präzision die Operation durchführen. „Der Patient muss aber wissen, dass er nicht von einer Maschine operiert wird. Es ist immer noch der Arzt, der operiert, dabei aber von einem hochentwickelten und sehr präzise arbeitenden Robotersystem unterstützt wird. Nur diese Kombination ermöglicht uns die hervorragenden Behandlungsergebnisse für unsere Patienten“. Prof. Wülfing hat das „da Vinci-Xi-System“, das modernste Robotersystem, was derzeit verfügbar ist, im Februar 2017 in der Urologie Altona eingeführt und wurde gemeinsam mit seinen Chefarztkollegen, die das System interdisziplinär nutzen, bereits mit dem renommierten „German Medical Award“ ausgezeichnet.

Organerhaltende, minimalinvasive Nierentumorchirurgie

Tumore der Niere sind in bis zu 90% bösartig. Die Operation ist die derzeit empfohlene Therapie für diese Tumore. Während bei Nierentumorerkrankungen bis vor 15-20 Jahren noch regelhaft ganze Nieren herausgenommen wurden, gilt es heute die Niere zu erhalten. Prof. Wülfing: „Bei uns in Altona sind wir in der Lage über 80% der Nierentumore organerhaltend zu operieren und dies fast immer auch mit unseren minimal-invasiven Techniken“. Die da Vinci Technik hat es dabei ermöglicht, noch präziser als mit den konventionellen Laparoskopie-Methoden vorzugehen und somit auch kompliziertere Tumore mit der robotisch-unterstützten Methode zu operieren. „Auf große Schnitte können wir fast immer verzichten“, sagt Wülfing, der aktuell mit einem Ärzteteam von 12 Ärztinnen und Ärzten über 250 Nierentumorpatientinnen und -patienten pro Jahr betreut.

Die Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist der häufigste Tumor beim Mann. Ca. 60.000 Männer sind jedes Jahr von einer Erstdiagnose betroffen. „Früher haben wir fast jedem Patienten mit Prostatakrebs die Operation empfohlen“, so Wülfing. „Heute sind wir da viel weiter: Die beste OP ist die, die man nicht machen muss!“. Denn es gibt eine klare Unterteilung des Prostatakrebses in niedrige, mittlere und hohe Risikogruppen. Die Patienten mit einem wenig aggressiven Prostatakrebs können heute häufig ohne Operation oder Bestrahlung, sondern durch eine „aktive Überwachung“ betreut werden. Hierzu haben neue Techniken, wie beispielsweise das in der Urologie der Asklepios Klinik Altona ebenfalls angebotene multiparametrische MRT der Prostata beigetragen, welches die Beurteilung eines Prostatakrebses verbessert. In aggressiveren Stadien jedoch wird die Operation von den internationalen Leitlinien empfohlen. „Auch hier gilt, dass wir mit der da Vinci Technologie in den letzten Jahren einen großen Sprung gemacht haben. Natürlich ist die sichere Entfernung des Krebses das wichtigste Ziel bei der Operation, gleichzeitig gilt es aber die wichtigen Funktionen wie Kontinenz und Potenz zu erhalten. Dank der Roboter-Technologie haben wir hier viel bessere Möglichkeiten als noch vor ein paar Jahren und fühlen uns durch das positive Feedback der Patienten sehr bestärkt.“ Für Prof. Wülfing ist die Ergebnisqualität bei Prostatakrebs-Operation eine Herzensangelegenheit. Alle Ergebnisse während und nach der Operation werden in einer Datenbank anonymisiert gesammelt und tragen zur Fortentwicklung der Qualität bei. „Die Operation bei Prostatakrebs ist einfach mehr, als nur ein Organ rauszunehmen. Wir müssen dem Patienten bei seiner gesamten Behandlung im Krankenhaus mit guter Information, Empathie und einer hohen Ergebnisqualität zur Seite stehen“, so Wülfing, der für die Patienteninformationen auch eine Vielzahl an erklärenden Videointerviews und Webinaren bereithält.

Rekonstruktive Eingriffe am Harntrakt

Neben den Tumoroperationen nutzt die Abteilung die da Vinci-Technologie oft auch für wiederherstellende (rekonstruktive) Eingriffe am Harntrakt. Hiermit sind z.B. Engstellen im Harnleiter gemeint, die in Form einer Engstelle am Nierenbeckenabgang (Nierenbeckenabgangsstenose) oder auch im unteren Teil des Harnleiters auftreten können, so dass der Harnleiter neu in die Harnblase verpflanzt werden muss. „Bei diesen „Reparaturen“ des Harnleiters profitieren die Patienten besonders von der minimalinvasiven Robotertechnik“, sagt Prof. Wülfing, „weil durch die Kombination aus guter Sicht und Präzision bei der Nahttechnik besonders gute Ergebnisse der neuen Nahtverbindungen erzielt werden können“.

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Urologie
Prof. Christian Wülfing , Chefarzt der Urologie
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