Bei schmerzhaften Hüft- oder Kniearthrosen mit zunehmender Bewegungseinschränkung kann häufig nur noch die Implantation einer modernen Endoprothese die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit des erkrankten Gelenks wiederherstellen. Die Klinik für Orthopä-
die und Unfallchirurgie des St. Vincenz-Krankenhaus Datteln bietet mit dem Team ihres zertifizierten Endoprothetikzentrums um Chefarzt Dr. Marco Sträter neben der zukunftsweisenden AMIS-Operationstechnik bei künstlichem Hüftgelenkersatz auch die individuelle Anpassung von Kniegelenksendoprothesen an.

Im Vergleich zum Hüftgelenk ist das Kniegelenk allerdings ein deutlich komplexeres Gelenk und etwa jeder fünfte Patient in Deutschland klagt auch nach dem Einsatz einer Knie-Totalendoprothese noch über Beschwerden. Wie kann diese Unzufriedenheit nun verbessert werden? Tatsächlich wird dieses Problem derzeit intensiv durch moderne und innovative Operationsverfahren adressiert. Leider führt allerdings nicht jede Innovation automatisch sofort zu besseren Resultaten. Ein medizinischer Trend, den Dr. Sträter in diesem Zusammenhang kritisch betrachtet, ist die Verwendung von individuell hergestellten Prothesen z.B. aus Amerika. Die Bemessung dieser Individualprothesen erfolgt im Rahmen einer CT-Untersuchung. Der Operateur schickt die Ergebnisse der Untersuchung zum Hersteller, wo auf Basis der übermittelten Daten eine individuelle Prothese gefertigt wird. Entsprechenden Studien zufolge kann dieses aufwändige Verfahren jedoch nicht wirklich durch bessere funktionelle Ergebnisse überzeugen, sodass die hohen Kosten für diese
individuell hergestellten Knieprothesen aus dem 3D-Drucker von den deutschen Krankenkassen nur noch in Ausnahmenfällen übernommen werden. Ähnlich verhält es sich auch mit Prothesen in sog. PSI-Technik (Patientenspezifische Instrumentierung). Bei dieser Anpassung auf Basis von MRT-Daten werden jedoch lediglich individuell hergestellte Schnittblöcke verwendet und anschließend eine sogenannte „Standardprothese“ eingesetzt.

Dr. Sträter bezweifelt, dass Knieprothesen, die statisch anhand einer CT- oder MRT-Untersuchung im Vorfeld geplant wurden, eine ideale Lösung darstellen, denn das Kniegelenk ist ja alles andere als statisch. Gerade weil das Kniegelenk ein hochkomplexes Gelenk mit einer vergleichsweise hohen Unzufriedenheit nach künstlichem Ersatz ist, muss seine gesamte Dynamik während der Implantation berücksichtigt werden. Zur Verdeutlichung seines Standpunkts vergleicht der renommierte Gelenkspezialist die Kniegelenksendoprothetik gerne mit der Arbeit eines Schneiders. Würden Sie ihre Körpermaße aus Datteln, Haltern oder Waltrop an einen Schneider in Amerika schicken, um sich einen besonders gut sitzenden Anzug fertigen lassen? Oder würden Sie eher zu einem erfahrenen Fachmann vor Ort gehen, der Sie persönlich vermisst und während der Anpassung von Kopf bis Fuß auf Ihre körperlichen Gegebenheiten individuell eingehen kann? Genau so wie ein irgendwo in weiter Ferne geschneiderter Anzug passt eine anhand von statisch bemessenen Daten individuell gefertigte Prothese meistens recht gut, aber eben nicht immer perfekt.

Für viel wichtiger als die Verwendung einer vorgefertigten Maßprothese hält Dr. Sträter, dass man die Gegebenheiten Ihres Kniegelenkes respektiert. Er favorisiert deshalb das Prinzip des Kinematischen Aligments, welches dem Operateur wesentlich bessere Möglichkeiten zur individuellen Einflussnahme bietet. Wie sieht es etwa mit der Spannung in Streckung im Vergleich zur Beugung aus? Muss die Beugung der Streckung angepasst werden? Wie sieht es mit der Drehung des Oberschenkels und dem Lauf der Kniescheibe aus? Was macht die Stabilität der Seitenbänder? Muss das Bein nach der OP wirklich immer pfeilgerade sein oder sollte besser die ursprüngliche Anatomie der eigentlichen Gelenklinie wiederhergestellt werden? Dies alles kann der Operateur nur individuell während des Eingriffs nach dynamischen Gesichtspunkten entscheiden. Beim Kinematischen Alignment kann er dabei auf bis zu 13 konfektionierte Oberschenkelkomponenten zurückgreifen, anstatt alternativlos auf ein vorgefertigtes Element festgelegt zu sein. Erst durch diese Flexibilität bei der Auswahl der einzelnen Komponenten ist eine rundum individuelle Anpassung der Knieprothese zu erreichen.

St. Vincenz-Krankenhaus Datteln
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Chefarzt Dr. Marco Sträter
Rottstr. 11, 45711 Datteln
Tel.: 02363 108 2031
E-Mail: ortho-unfall@vincenz-datteln.de
Internet: www.vincenz-datteln.de