Hernienchirurgie im Herzen von Köln

Jährliche werden in Deutschland 300 000 Hernien operiert. Im Hernienzentrum am Rudolfplatz werden Hernien aller Art ambulant operiert. Welche therapeutischen Maßnahmen möglich sind, erläutert Dr. med. Isabell Wieber, Fachärztin für Chirurgie und ärztliche Leiterin des Hernienzentrum Rudolfplatz.

Frau Dr. Wieber
Bild: ©Heidrun Hertel

Frau Dr. Wieber, was versteht man unter Hernien und wo können sie auftreten?

Unter einer Hernie versteht man eine Vorwölbung von Eingeweiden durch eine Lücke, die in der Bauchwand entstanden ist. Normalerweise sind die Eingeweide oder besser Organe des Bauchraumes durch eine feste Bauchwand geschützt. Diese besteht aus verschiedenen Schichten und ist meist muskulär gebildet. Nur in beiden Leisten und der Mittellinie der Bauchwand bestehen natürliche Muskellücken. An diesen Stellen ist der Bauch nur von einer Faszie-Muskelhaut bedeckt. Wenn nun die Fasern dieser Faszien auseinanderweichen, schieben sich Bauchorgane, der Schwerkraft folgend und druckabhängig durch die Lücke.

Welche Ursachen haben Hernien?

Wir wissen heute, dass es nicht ein „Überheben“ oder eine bestimmte Bewegung oder Belastung ist, die einen Bruch auslöst. Die deutsche Bezeichnung „Bruch“ ist daher irreführend. Hernie kommt von Hernios aus dem Griechischen und heißt Knospe. Es ist also eher ein Hervortreten an einer schwachen Stelle und da spielt die Zusammensetzung der Kollagenfasern eine wichtige Rolle, die wiederum genetisch determiniert ist.

Woran erkenne ich als Patient eine Hernie und wer ist besonders gefährdet?

Das kann sehr unterschiedlich sein. Viele Menschen beobachten lediglich eine wechselnde, zunehmend größer werdende weiche, rückdrückbare Schwellung in der Leiste oder im Bereich der Mittellinie der Bauchwand. Andere hingegen haben unspezifische, teil starke Schmerzen in der Leiste ohne die Wölbung. Mit zunehmender Größe treten bei fast allen Patienten Beschwerden auf.
Menschen mit einer familiären Häufung sind gefährdet, schließlich ist die Beschaffenheit des Bindegewebes dafür entscheidend, ob sich eine Hernie ausbildet.

Wie behandelt man diesen Bruch im Bindegewebe?

Der Bruch kann ausschließlich operativ behandelt werden. Von allein bildet sich die Lücke nicht zurück und Bruchbänder führen nicht selten eher zu Einklemmungen, als dass sie hilfreich sind. Der Patient sollte sich durch einen Spezialisten untersuchen lassen. Dort wird in Abhängigkeit des Bruches entschieden, wann und durch welche Methode der Bruch behoben werden kann. Oftmals kann ein Bruch, ob Leisten- oder Nabelbruch ambulant versorgt werden. Das bedeutet, dass der Patient nach der Operation, die in Narkose durchgeführt wird, mit einem Pflaster auf der Operationswunde wieder nach Hause gehen kann. In der Regel ist nach einer Woche die Wunde verheilt und eine Rückkehr zu beruflichen und sportlichen Belastung möglich. In unserem Zentrum wird oft eine besondere OP-Methode angewendet, die sowohl eine Abdeckung der Schwachstelle mit Netz impliziert, als auch eine biologische Deckung des Defektes mit der eigenen Muskulatur. Dabei wird der zurückgewichene Muskel wieder über die Bruchlücke gelegt und trägt zusätzlich zur Stabilisierung der Bauchwand an der Bruchstelle bei.

Wie sicher sind die verwendeten Netzimplantate?

Netzimplantate sind sicher. Es haben nur geringe Verfeinerungen in den letzten Jahren stattgefunden. Die Tatsache, dass manche Patienten einen neuen Bruch erleiden, ist nicht auf Versagen der Netzt zurückzuführen, sondern vielmehr dem schwachen Bindegewebe zu zuschulden. Daher ist es besser, den Defekt nicht ausschließlich mit einem Netz abzudecken. Die zusätzliche Muskelplastik kann hier zu einer längeren Haltbarkeit führen. Neuere Entwicklungen haben Netze hervorgebracht, die sich nach einem Jahr auflösen und zu einer Neubildung von Kollagen führen. Diese Netze sind bei besonderen Hernien einsetzbar und führen zu bisher sehr guten Ergebnissen. Langzeitbeobachtungen liegen bei der neuen Methode noch nicht vor.

Welche Risiken bestehen, wenn man die Hernie unbehandelt lässt und gibt es ein Rückfallrisiko?

Unbehandelt verschließt sich die Lücke der Bauchwand nicht. Sie wird langsam größer und die Vorwölbung der Eingeweide nimmt zu. Meist führt das zu zunehmenden Schmerzen und in seltenen Fällen kann der Darm in dem Bruchsack einklemmen. Bei einer Einklemmung handelt es sich um einen Darmverschluss, der umgehend operiert werden muss.
Ist der Bruch einmal operiert, sollte die volle Belastbarkeit wieder hergestellt sein. Es kann im Laufe des Lebens ein neuer Bruch auftreten, dieser ist auch durch Schonung nicht zu vermeiden, daher gelten auch keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen.

Kontakt:

Hernienzentrum Rudolfplatz
Dr. Streminski – Dr. Müller – Dr. Wieber

Richard-Wagner-Straße 9 – 17
50674 Köln

Telefon: 0221 – 924 75 28
Fax: 0221 – 924 75 29

info@hernien-nrw.de
www.hernien-nrw.de

Das Hernienzentrum Rudolfplatz behandelt mit einem spezialisierten Team erfahrener Ärztinnen und Ärzte, unterstützt durch freundliche kompetente Mitarbeiter eine Vielzahl von Hernien, wie Leistenbrüche, Nabel- und Narbenbrüche. Der Großteil der chirurgischen Praxis machen ambulante, vorzugsweise Minimal-Operationen aus, die eine schnelle Genesung der Patienten fördern. Das Hernienzentrum Rudolfplatz ist Teilnehmer der Herniamed Qualitätsstudie.